Darum geht’s

(Die) Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben ist ein gewinnträchtiges Ziel ­– auch von Berliner Unternehmen, wie sich zunehmend deutlicher zeigt. Unternehmen, die offen für einen Kulturwandel sind und die erforderlichen Perspektivenwechsel im eigenen unternehmerischen Handeln vollziehen, können neue Erfolge verzeichnen.

„Gleichstellung gewinnt“ ist darum Titel wie These der dreijährigen Kampagne, die von der Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kolat, in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK Berlin) sowie der Handwerkskammer Berlin (HWK Berlin) ins Leben gerufen wurde. Die Kampagne unterstreicht die Bedeutung eines Kulturwandels für mehr Gleichstellung und, in der Folge, auch größere unternehmerische Erfolge.

CHARTA Gleichstellung gewinnt –
für eine neue Unternehmenskultur in Berlin

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Charta sind sich einig, dass die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur ein gesellschaftspolitisches Ziel, sondern auch eine wesentliche Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg ist.

Eine offene Unternehmenskultur und eine Arbeitswelt, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung und Anerkennung, sind für unsere moderne Wirtschaft von fundamentaler Bedeutung. Sie verbessert die Work-Life-
Balance, macht die Arbeit produktiver und Unternehmen nachweislich erfolgreicher.

Ein in Bezug auf das Thema Gleichstellung besonders wünschenswerter Effekt einer offenen Unternehmenskultur ist, dass sie die beruflichen Perspektiven von Frauen in Unternehmen nachhaltig fördert.

Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die es allen Beschäftigten ermöglichen, Beruf und Privatleben gut zu vereinbaren. Davon können große wie kleine Unternehmen profitieren, deswegen werben wir für eine „Kultur der Gleichstellung“ und setzen uns im Rahmen unserer Verantwortungsbereiche für Folgendes ein:

Wir pflegen eine Unternehmenskultur, in der die Gleichberechtigung von Mann und Frau fest verankert ist und die für eine ausgewogene Mitwirkung und Vertretung von Frauen und Männern in allen Führungs- und Entscheidungspositionen sorgt.

Wir sehen die unterschiedlichen Fähigkeiten und Kompetenzen von Frauen und Männern als Potenzial und
setzen uns dafür ein, sie chancengleich zu fördern und ihnen Entwicklungsperspektiven zu geben.

Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bedarf es der Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle für beide Geschlechter im Rahmen einer lebensphasenorientierten Personalpolitik, zu denen auch die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit gehören kann.

Dies gilt auch für Führungspositionen. Wir unterstützen Modelle zur Erprobung von „Führung in Teilzeit“ und wollen auch Karriere-Einstiege für Mitarbeitende jenseits des 40. Lebensjahrs ermöglichen.

Wir werden Männer und Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit gleich entlohnen.

Wir unterstützen Lösungen zur besseren Realisierung von familienbedingten Arbeitszeitverkürzungen und Auszeiten in klein- und mittelständischen Unternehmen und stehen der Teilzeitberufsausbildung in unseren Betrieben offen gegenüber.

Als grundlegender Orientierungspunkt der Kampagne dient die Charta „Gleichstellung gewinnt – für eine neue Unternehmenskultur in Berlin“, die Senatorin Kolat in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin und der HWK Berlin entwickelt hat. Die inhaltlichen Kernpunkte der Charta gründen auf der Überzeugung, dass eine Gleichstellung der Geschlechter nicht nur ein gesellschaftspolitisches Ziel ist, sondern auch eine wesentliche Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg darstellt. Aufgabe der Unternehmen ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es allen Beschäftigten ermöglichen, Erwerbs- und Privatleben gut zu vereinbaren. Denn von einer „Kultur der Gleichstellung“ profitieren nicht nur die Arbeitnehmenden selbst, sondern auch große wie kleine Unternehmen.

Darum möchte die Kampagne „Gleichstellung gewinnt“ möglichst viele Unternehmen erreichen und davon überzeugen, es den Initiatoren gleichzutun und die Charta zu unterzeichnen.

Als Fürsprecherinnen und Botschafterinnen der Kampagne wurden Berliner Spitzenfrauen aus unterschiedlichen Berufsfeldern ausgewählt, die alle eines gemeinsam haben: In Führungspositionen setzen sie sich bereits aktiv für den unternehmerischen Kulturwandel ein. In der Wanderausstellung machen sie als Gesichter der Kampagne ihre persönlichen Botschaften publik.

In den kommenden drei Jahren sind einige Events und Aktionen geplant, die auch Sie interessieren könnten. Lesen Sie gerne weiter und lassen Sie sich inspirieren – denn das Thema Gleichstellung im Erwerbsleben geht jede und jeden etwas an!

Machen Sie mit!

Wollen auch Sie sich für eine offene Unternehmenskultur, die Gleichstellung der Geschlechter und eine bessere Work-Life-Balance engagieren? Dann machen Sie mit und schließen Sie sich der Charta an!

Wie läuft das ab?

  1. Sie können hier online erklären, dass Sie sich der Charta anschließen. Alternativ können Sie das Formular auch ausdrucken und uns per Fax oder Post schicken.
  2. Wir schicken Ihnen Ihr Exemplar der Charta zu.
  3. Wir besuchen Sie gerne und dokumentieren die Unterzeichnung mit einem Foto. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns!
  4. Wir kommunizieren, dass Sie sich der Kampagne angeschlossen haben. Wir halten Sie über unsere Aktivitäten auf dem Laufenden und laden Sie zu unseren Veranstaltungen ein.
Wir freuen uns auf Sie!

Themengebiete im Überblick

Drei unterschiedliche Themengebiete deckt die Kampagne in drei Jahren ab. Jedes Kampagnenjahr widmet sich dabei einer gleichstellungspolitischen Zielvorstellung, die im Interesse der Arbeitnehmenden wie auch der Arbeitgebenden steht. Die Themengebiete und was außerdem geplant ist, finden Sie in der folgenden Zeitleiste.

2018: Flexible Arbeitszeitmodelle

Das erste Kampagnenjahr folgt dem Thema „Flexible Arbeitszeitmodelle“. Flexible Arbeitszeitmodelle werden von Wirtschaft und Politik zunehmend als attraktive Maßnahmen angesehen, um Frauen und Männern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

In 2018 wird es noch einen Unternehmensbesuch in Berliner Unternehmen geben, die beim Thema flexible Arbeitszeitmodelle als Vorreiter gelten können. Ein Impulstag wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern außerdem inhaltliche und methodische Ansätze vorstellen, wie sie flexible Arbeitszeitmodelle mit vertretbarem Aufwand und sichtbarem Effekt auch in ihrem Unternehmen umsetzen können.

2019: Lohngleichheit

Das Jahr 2019 ist das Jahr der „Lohngleichheit“. Noch immer bestehen berufsspezifische Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, die vielfach als ungerecht gelten. Und auch für dieselbe Tätigkeit erzielen Frauen häufig ein geringeres Einkommen als ihre männlichen Kollegen. Stimmen aus Wirtschaft und Politik benennen unterschiedliche Ursachen und Gründe für die vorherrschende Ungleichheit.

In diesem Kampagnenjahr werden zwei Unternehmen besichtigt, die Entgeltgleichheit bzw. Lohntransparenz erfolgreich implementiert haben. Ebenso liefert der Impulstag für die Praxis weitreichende Handwerkszeuge, um eine Unternehmenskultur der Lohngleichstellung zu verwirklichen.

2020: Frauen in Führung

Ob die Welt eine bessere wäre, wenn sie von Frauen regiert würde, ist fraglich. Dass allerdings Frauen in Führungspositionen gehören, ist und bleibt indiskutabel. Das Abschlussjahr der Kampagne steht ganz im Zeichen des Kulturwandels und dem Motto „Mehr Frauen in Führung.“

Gesammelte Erfahrungswerte der Unternehmen werden reflektiert und nachhaltig aufbereitet, mit besonderem Fokus auf der Stärkung von Frauen in Führungspositionen. Zwei Unternehmensbesuche stellen ebendies unter Beweis und der Impulstag für die Praxis bietet eine Plattform für Erfahrungsaustausch und neue Handlungsperspektiven.

Angebote und Aktionen

Die Kampagne wird begleitet von zahlreichen Informationsangeboten und Aktionen, an denen auch Sie gerne teilhaben dürfen. Nähere Informationen, Termine sowie die Möglichkeit, sich zur Teilnahme zu registrieren, folgen in Kürze.

Auftaktveranstaltung

Startsignal der Kampagne setzte die Auftaktveranstaltung, die am 23. April in den Räumlichkeiten der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK Berlin) stattgefunden hat. Gemeinsam wurde in erwartungsvoller Atmosphäre der Auftakt der Kampagne begangen. Highlights waren die Präsentation der Charta durch die Senatorin, die Präsidentin der IHK Berlin, Dr. Beatrice Kramm, und den Präsidenten der  Handwerkskammer Berlin (HWK Berlin), Stephan Schwarz. Es folgten spannende Kurzvorträge zu unterschiedlichen Perspektiven des Wandels.

Außerdem stellte ein Gastredner der schwedischen Handelskammer in der Bundesrepublik Deutschland Schweden als skandinavischen Vorreiter in Sachen Gleichstellung vor. Katharina Hochfeld, stellvertretende Leiterin des Center for Responsible Research and Innovation am Fraunhofer IAO, lieferte die wissenschaftliche Perspektive, indem sie die zukünftigen Anforderungen der Wirtschaft an die Unternehmenskultur skizzierte und Ansätze für einen aktiven Kulturwandel in Unternehmen aufzeigte. Die Berliner Unternehmensseite sah sich durch je ein Unternehmen der IHK Berlin und der HWK Berlin vertreten, beide individuelle Best-Practice-Beispiele, wenn es um Fortschrittlichkeit im unternehmerischen Handeln geht.

Für zwischenzeitliche Abwechslung und Unterhaltung sorgten kurze Einlagen des Improvisationstheaters.

Einlass und Mittagssnack In einem Raum steht ein Flipboard, daneben eine Leinwand mit einer laufenden Power Point Präsentation über die Kampagne: Gleichstellung gewinnt/Kulturwandel im Unternehmen.

Eröffnungsinterview mit Frau Senatorin Kolat, Frau Präsidentin Dr. Kramm (IHK Berlin) und Herrn Präsident Schwarz (HWK Berlin) Moderation: Sabine Beikler

Es sitzen die Moderatorin Sabine Beikler, Frau Senatorin Kolat, Frau Präsidentin Dr. Kramm (IHK Berlin) und Herrn Präsident Schwarz (HWK Berlin) in einer Diskussionsrunde zusammen.Die Moderatorin Sabine Beikler im Gespräch.

Feierliche Unterzeichnung der Charta

Frau Senatorin Kolat, Frau Präsidentin Dr. Kramm (IHK Berlin) und Herrn Präsident Schwarz (HWK Berlin) stehen zusammen um die Charta zu unterzeichnen.Frau Senatorin Kolat, Frau Präsidentin Dr. Kramm (IHK Berlin) und Herrn Präsident Schwarz (HWK Berlin) halten das Pfeil Logo und die Charta in den Händen für ein gemeinsames Foto.

 INPUT: Gleichstellung gewinnt – die Fakten Senatorin Kolat präsentiert Charta, Ziele und Inputs der Kampagne

Senatorin Kolat steht am Rednerpult und präsentiert Charta, Ziele und Inputs der Kampagne.Senatorin Kolat am Rednerpult voe einer Power Point Presentation. Im Vordergrund ist das Publikum zu sehen.

Kultureller Beitrag 1: Improvisationstheater

Improvisationstheater: Zwei gleich angezogene Frauen stehen vor dem Publikum und reden miteinander. Neben ihnen sitzt ein Mann an einem Klavier.Der Klavierspieler von hintern. Man sieht das Publikum dem Improvisationstheater zuhören.

IMPULS: Gleichstellung gewinnt – Perspektiven des Wandels 3 Kurzvorträge

1. Blick nach außen – Was wir von Schweden lernen können Thilo Schulz, Schwedische Handelskammer in der Bundesrepublik Deutschland

Thilo Schulz, Schwedische Handelskammer in der Bundesrepublik Deutschland am Rednerpult.

2. Unternehmenskultur 4.0: Neue Arbeitswelten brauchen eine neue Unternehmenskultur Katharina Hochfeld, Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation

Katharina Hochfeld, Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation am Rednerpult.

3. Berliner Unternehmen des Gelingens – Best Practice Beispiele Projektron GmbH: Lisa Eschner, Sandra Gerhardt, Daniel Kirsch

Lisa Eschner, Sandra Gerhardt, Daniel Kirsch von der Projektron GmbH gemeinsam am Rednerpult.

Bernecker & Block GmbH: Ernst-Georg Krohm

Ernst-Georg Krohm von der Bernecker & Block GmbH am Rednerpult.

Kultureller Beitrag 2: Improvisationstheater

Lachende GästeBeifall klatschendes Publikum.

Anschließend Rundgang durch die Plakatausstellung

Gast beim Anschauen der verschiedenen Rollups.

VERNETZUNG Get together

Gäste beim Get together.

Unternehmensbesuche

Im Zuge der Kampagne werden Unternehmen besucht, die im jeweiligen Themengebiet eine besonders inspirierende Changemaker-Rolle innehalten und erfolgreich die Ziele der Kampagne verkörpern wie auch nach außen tragen. Sie sind Experten auf dem Gebiet des Kulturwandels und können als Vorbilder agieren.

Bei den Besuchen geht es in erster Linie darum, die Unternehmen hinsichtlich des jeweiligen Engagements für einen gleichstellenden Kulturwandel kennenzulernen: Was zeichnet das einzelne Unternehmen in diesem Bereich aus? Wie genau engagiert es sich? Die Schwerpunkte werden dabei individuell gesetzt. Anschließend treffen sich alle Beteiligten bei einer Podiumsdiskussion.

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Wenn Sie mehr Informationen wünschen oder sich für den nächsten Unternehmensbesuch anmelden möchten, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail.

Impulstage für die Praxis

Schluss mit theoretischen Diskussionen, jetzt wird selbst gehandelt! In Workshops, interaktiven Vorträgen und Themenkreisen werden inhaltliche und methodische Ansätze für die eigene Unternehmenspraxis thematisiert und erarbeitet. Am Ende eines jeden Impulstages nehmen die Teilnehmenden konkrete Praxisimpulse mit.

Weitere Details zum ersten Impulstag folgen zeitnah, jeder Impulstag wird individuell gestaltet.

Impulstag zum Thema „Flexible Arbeitsmodelle“

Impulstag zum Thema „Lohngleichheit“

Impulstag zum Thema „Frauen in Führung“

Per E-Mail können Sie sich für den anstehenden Impulstag anmelden oder mehr Informationen anfragen.

Abschlussveranstaltung

So feierlich die Kampagne im Jahr 2018 begrüßt wurde, so feierlich wird sie im Abschlussjahr 2021 wieder verabschiedet. Alle Wegbegleitenden kommen nochmals zusammen, ziehen Resümee und geben Ausblicke, inwiefern sie sich auch weiterhin für „Gleichstellung gewinnt – Kulturwandel in Unternehmen“ tatkräftig einsetzen werden.

Die Kampagne wird publik

Die Botschaften der Kampagne müssen in die Welt hinausgetragen werden. Neben den Initiatoren der Kampagne, der Senatorin Kolat, Fr. Dr. Kramm, der Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK Berlin), und Herrn Schwarz, dem Präsidenten der Handwerkskammer Berlin (HWK Berlin), haben sich außerdem sieben Botschafterinnen öffentlich für den Kulturwandel ausgesprochen. Als Berliner Spitzenfrauen repräsentieren sie die Ziele und Inhalte der Kampagne.

Wanderausstellung

Es gibt eine Plakatausstellung der Botschafter/innen und ihrer Statements. Sie wird mit der Kampagne wandern. Wir stellen sie Ihnen gerne auch für Ihre Veranstaltung zur Verfügung!

Roll Ups