Drei Unternehmen. Drei Branchen. Drei Ansätze.

Als erstes Unternehmen haben wir die zapf umzüge AG in Neukölln besucht.

Die Vision
Das Unternehmen will auch für die männerdominierte Umzugsbranche zeigen, dass nichts unmöglich ist. Der Fachkräftemangel ist jetzt schon spürbar.
Sich für die Gleichstellung von Frauen einzusetzen, schafft eine Win-Win-Situation. Davon ist zapf-Vorstand Sven Reinholz überzeugt.

Der Weg
Unternehmen müssen gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten. Zapf-Vorstand Sven Reinholz sieht auch in Branchen mit hoher Dienstleistungsorientierung die Unternehmen in der Verantwortung.
Es gilt, Stabilität und Planungssicherheit zu schaffen – und zwar für beide Seiten.

Als Dienstleistungsunternehmen ist Zapf darauf angewiesen, dass alle mitziehen, und sorgt im Gegenzug für die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Lösungen

  • Bei der Planung der Wochenarbeitszeiten werden Kita- und Schulzeiten berücksichtigt.
  • Kollegen und Kolleginnen aus dem gewerblichen Bereich können auf Wunsch unbezahlte freie oder kurze Tage wählen, um mehr Zeit für die Familie zu haben.
  • Um Konflikte mit dringenden privaten Terminen zu entschärfen, werden die Teams mit geteilten Verantwortlichkeiten und Back-Up geplant.
  • Zapf unterstützt seine Beschäftigten bei der Ferienbetreuung, denn der Sommer mit Kita-Schließzeiten und Schulferien ist eben auch Hochsaison für Umzüge. Der Standort Berlin bietet seinen Beschäftigten die Teilnahme der Kinder an einem Ferienlager an und übernimmt den Großteil der Kosten.

 

(Noch ein) Impuls

Was beim ersten Unternehmensbesuch auch deutlich wurde, ist die Bedeutung gemischter Teams für männerdominierte Branchen und Berufsfelder.

Gemischte Teams sind produktiver.

Darin waren sich Zapf-Vorstand Sven Reinholz, HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke, Botschafterin Maren Kern und Gleichstellungssenatorin Dilek Kolat einig. In vielen Branchen kommt es einem Kulturwandel gleich, sie einzuführen.

Der Kulturwandel lohnt sich aber, denn

  • reine Männerteams kommunizieren anders und profitieren, wenn Frauen ins Team kommen.
  • das Thema Vereinbarkeit lässt sich in jungen gemischten Teams gar nicht vermeiden machbare Lösungen müssen her.


Gemischte Teams ebnen den Weg hin zu einer offenen Unternehmenskultur.

Als zweites Unternehmen haben wir die Projektron GmbH besucht.

Die Optionen
In der IT-Branche sind die Optionen für flexibles Arbeiten besonders hoch.

Arbeitsweise und -medium ermöglichen Unternehmen bei der Arbeitsplanung viele Freiheiten. Wenn gewünscht, können sie ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeiten und räumliche Mobilität gewähren.
Projektron nutzt diesen Spielraum vorbildlich: der Software-Entwickler geht in der IT-Branche als Parade-Beispiel voran.

Die Tools

  • individuelle Arbeitszeitwünsche, also auch verschiedene Varianten von Teilzeitmodellen, werden in Führungspositionen genauso berücksichtigt wie auf allen anderen Positionen auch
  • Eltern können nach der Elternzeit befristet in Teilzeit wiederkommen oder tageweise im Homeoffice arbeiten – die Brückenteilzeit gibt es also schon
  • wenn erforderlich, sind die Kinder auch im Büro willkommen.

3 Schritte,
1 starkes Ergebnis

  • ein gutes digitales Tool für die flexible Arbeitszeitplanung nutzen
  • bei der Arbeitsorganisation geteilte Verantwortlichkeiten einplanen
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit geben, das eigene Wunschmodell in Sachen Arbeitszeit und Arbeitsort regelmäßig anzupassen
  • ein starkes Ergebnis: zufriedene und motivierte Beschäftigte mit starkem Commitment und sehr guter Leistung.

Das Ziel

Stabile Kinderbetreuung ist für anspruchsvolle Schichtarbeit in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein Muss. Ansonsten können Eltern Familie und Beruf über lange Zeit kaum vereinbaren. Was häufig zu Lasten der Frauen geht, die aus dem Beruf aussteigen oder dauerhaft reduzieren. Umgekehrt entlastet es Ärztinnen und Ärzte, wenn sie ihre Wochenarbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum um einige Stunden reduzieren.

In Sachen Arbeitszeit hat Vivantes daher ein wichtiges Ziel:

Beschäftigte müssen die Möglichkeit haben, ihre Arbeitszeiten flexibler an neue Lebensphasen anzupassen.

Der Weg

Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung von Vivantes und Botschafterin unserer Kampagne, setzt auf verschiedene Bausteine:

  • Belegplätze in Kinderbetreuungseinrichtungen mit langen Öffnungszeiten in der Nähe der Standorte. Vivantes ist darum bemüht, dieses Angebot noch auszuweiten.
  • der „KidsMobil“-Service, für den Vivantes ein Stundenkontingent bei einem Anbieter erworben hat, der Kinder im Alter von vier Monaten bis zwölf Jahren in der Regel zuhause betreut. Die Kosten trägt Vivantes. Der Service bewährt sich für beide Seiten: wenn die eigene Kinderbetreuung ausfällt, aber auch, wenn Vivantes Beschäftigte bitten muss, kurzfristig für eine Kollegin oder einen Kollegen einzuspringen
  • Beschäftigte der Zentrale können ein kindgerechtes Elternbüro buchen
  • Erfolgsteams mit Doppelspitze schaffen neben der Entlastung durch die geteilte Verantwortung auch in Führungspositionen Spielraum für flexiblere Arbeitszeiten.